Derzeit erlebe ich, daß mich viele Patienten in der Sprechstunde verunsichert auf die Impfung gegen die so genannte Schweinegrippe ansprechen. Nachdem in der öffentlichen Berichterstattung zunächst die Sorge vor der Schweinegrippe geschürt wurde, kam auch der Impfstoff selber in die Kritik.
Was sind die Fakten?
Im April des Jahres 2009 wurde ein neues Grippevirus (H1N1) auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt. Da das Erbmaterial des Virus von Schweineinfluenzaviren stammt, wurde die Erkrankung Schweinegrippe genannt. Das Virus breitete sich weltweit aus und man hatte die Befürchtung, daß viele Menschen, insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen, an dieser Infektion schwer erkranken könnten. Regierungen und Industrie trafen Absprachen zur Entwicklung und Produktion von Impfstoffen, in Deutschland ist der Impfstoff Pandemrix™ nun zur Anwendung bereitstehend.
Wie gefährlich ist die Erkrankung?
Es wurde beobachtet, daß sich das Virus leicht von Mensch zu Mensch ausbreitet, jedoch zeigte sich, daß die Schwere der Erkrankung nicht so ausgeprägt war wie in früheren Influenza-Pandemien. In Deutschland hatten die im Sommer beobachteten Fälle überwiegend einen milden Verlauf. Im Herbst war in Deutschland eine erwartungsgemäß starke Zunahme des Auftretens der Schweinegrippe zu beobachten, auch die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe stieg an.
Wem wird eine Impfung empfohlen?
Die maßgebende Institution in Deutschland, die ständige Impfkomission (STIKO) am Robert Koch Institut empfiehlt eine vordringliche Impfung vor allem für folgende Personen:
1. Beschäftigte im Gesundheitsdienst
2. Patienten mit chronischen Erkrankungen
3. Schwangere ab dem 2. Trimenon
Darüber hinaus wird eine Impfung für alle Menschen ab dem 6. Lebensmonat empfohlen.
Wie verträglich ist die Impfung?
Inzwischen (Stand Ende November 2009) wurden in meiner Praxis ca. 130 Patienten geimpft. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Gelegentlich kam es zu einer lokalen schmerzhaften Schwellung an der Einstichstelle, selten vorübergehend zu grippeähnlichen Symptomen.
Was tun?
Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung treffen Sie selbst. Da nach meiner bisherigen Beobachtung der Impfstoff gut verträglich ist empfehle ich die Impfung. Zumindest sollten Sie, wenn Sie zu einer der drei oben genannten Gruppen gehören, die Impfung auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Falls Sie Fragen haben oder verunsichert sind, können Sie auch meinen Rat einholen. Eine Impfung in meiner Praxis ist grundsätzlich möglich, falls Ihr Hausarzt keine Impfungen durchführt. Hierfür nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt auf zur Vereinbarung eines Impftermines.
Die Informationen dieses Artikels beruhen auf aktuellen Angaben der STIKO (Epidemiologisches Bulletin Nr. 41 vom 12. Oktober 2009). Aktualisiert wurde der Artikel am 23. November 2009, ständig aktualisierte Informationen zur Neuen Influenza A / H1N1 (”Schweinegrippe”) finden Sie auf dieser Seite des Robert Koch Institutes.